Gastbeitrag: Hund & Pferd: Wie gehen Sie miteinander um?

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Der Mensch gibt gerne rein menschliche Charakterzüge an seine Tiere weiter. Vermenschlichungen von Tieren sind in unserer Gesellschaft alltäglich. Das ist natürlich in weiten Teilen immer ein bisschen Wunschdenken, aber bestimmte Parameter sind tatsächlich gleich zum Menschen. Natürlich nichts, was abstraktes Denken voraussetzt. Diese Eigenschaft ist nach bisherigem Kenntnisstand allein dem Menschen vorbehalten und macht ja auch den Unterschied aus.

Andrerseits besitzt der Mensch evolutionsbedingt bestimmte Merkmale, die es dem Anthropologen erlauben, den Menschen einer bestimmten Tiergruppe zuzuordnen.

Hier beginnen nun die vergleichenden Parameter einzusetzen. Mensch, Pferd und Hund sind alle drei Rudel oder Herdentiere. Das ist das mit Abstand größte übereinstimmende Merkmal. Daraus lässt sich wiederum auf das Verhalten einzelner Tiere schließen. Pferde sind in Deutschland größtenteils sogenannte Freizeittiere, deren Aufzucht nicht einfach ist und ein beträchtliches Investment darstellt. Damit ein Pferd überhaupt „Freizeittauglich“ ist, muss es an den Menschen sozialisiert sein. In der Regel ist der Besitzer oder Besitzerin ein Teil der Herde, zu der sich das Pferd zugehörig fühlt. Genauso kann auch ein Hund im dauernden Umfeld des Pferdes zur Herde gerechnet werden, egal ob nun eine solch kleine Rasse oder auch eine größere wie beispielsweise der Golden Retriever. Der gravierende Unterschied zwischen Pferd und Hund liegt in der Veranlagung. Ein Pferd ist ein Fluchttier, ein Hund ein Raubtier, ein Jäger.

Hunde besitzen zudem ein Revierverhalten, das heißt, Sie beschützen ihr Revier oder was Sie dafür halten.
Für beide Tiere gilt trotzdem das gleiche. Je stärker beide sozialisiert sind, desto weniger entstehen Konflikte. Hunde, die meist an der Kette liegen und wenig Kontakt mit anderen Hunden haben, neigen zu aggressivem Verhalten bei Störungen in ihrem Revier. Pferde, die nicht frühzeitig auf Begegnungen mit Jagdtieren und deren Verhalten trainiert werden, können später zum Problem werden. Ein durchgehendes Pferd, nur weil ein Hund bellt, kann tragisch enden. Darum sollten Pferde schon früh absichtlich an Hunde herangeführt werden und deren Verhalten kennen lernen. Dann gehen unverhoffte Begegnungen beim Spazierritt auch ohne Folgen vorbei.

Pferdefreunde, Reiter und Blogger repräsentieren dieses Profil.

  • http://www.fjallraven-forest.de/ Petra

    Hallo,

    ich habe seit Jahren Pferde und Hunde. Es ist alles eine Frage der Gewöhnung, ich kann mit beiden Tieren problemlos ins Gelände gehen. Natürlich muss gewährleistet sein, dass sie sich kennen und auch ein gewisses Maß an Erziehung vorhanden ist. Guter Beitrag!

    Viele Grüße,
    Petra