10 Tipps zur Hufpflege der Pferde im Winter

hufpflege

Wildpferde legen täglich auf der Suche nach Futter und Wasser Strecken von 15-30 km zurück. Tatsächlich sind solche Pferde also ständig in Bewegung, auf den unterschiedlichsten Untergründen, und während sie an einer Wasserstelle trinken, werden ihre Hufe täglich von Wasser umspült. All das trägt dazu bei, dass Wildpferde in der Regel nicht unter Erkrankungen an den Hufen leiden. Ganz anders ist es jedoch mit den Pferden im Reitsport bestellt: Hier handelt es sich eben nicht um Wildtiere, ihre tägliche Bewegung ist erheblich eingeschränkt. Es besteht gar nicht die Möglichkeit, für einen natürlichen Hufabrieb zu sorgen.

Genau deshalb ist die Hufpflege eines der wichtigsten Themen in der Pferdehaltung. Mangelnde tägliche Bewegung und die Haltung an sich begünstigen in aller Regel schwere und ohne Frage schmerzvolle Huferkrankungen des Pferdes. Dies beginnt schon im Stall: Dort ist die Bewegung nicht nur erheblich eingeschränkt, das Tier steht buchstäblich auch im eigenen Kot und Urin. Das Ammoniak der Ausscheidungen schädigt Hufe über Kurz oder Lang nachhaltig.

Eine gute und angemessene Hufpflege ruht auf drei wichtigen Säulen: der Stallhygiene und der Haltung einerseits, einer kompetenten Hufpflege andererseits sowie den richtigen Hufpflegeintervallen. Wird eine dieser Säulen vernachlässigt, sind schwere Huferkrankungen die Folge. Daher an dieser Stelle 10 Tipps zur Hufpflege:

1. Reinigung

Der Reiter sollte die Hufe seines Pferdes täglich auskratzen. Bei einem Ausritt gilt, dass ein Hufkratzer vor und nach dem Ausritt zum Einsatz kommen sollte. Dabei geht es nicht nur darum, den Huf von Dreck und eingeklemmten Steinen zu befreien, sondern auch, ihn auf Verletzungen zu kontrollieren. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, den mittig liegenden und hochempfindlichen Strahl nicht zu verletzen.

2. Glättung

Sollten beim auskratzen Kerben oder scharfe Kanten bemerkt werden, so ist angeraten, diese zeitnah mit einer Hufraspel zu bearbeiten und auszugleichen. Wichtig ist auch, dass diese Arbeit nicht einfach so von Laien ausgeführt werden sollte. Also besser erst den Rat eines professionellen Hufpflegers einholen, bevor Schaden entstehen kann. Richtig ist, dass gerade die Hufränder relativ unproblematisch geglättet werden können –wie bei einer Maniküre – aber auch hier besser vorher einmal Rücksprache mit dem Profi halten.

3. Beschlag

Bei beschlagenen Tieren gilt, dass der Sitz des Beschlags – ganz egal ob Eisen oder Kunststoff – regelmäßig (beispielsweise vor und nach jedem Ausritt) auf seinen Halt und seine Beschaffenheit überprüft werden sollte. Ein lockerer Beschlag muss dabei genau so erneuert werden wie ein stark abgenutzter Beschlag.

4. Feuchtigkeit

Um ein elastischen Huf zu erhalten und die Hornbildung zu begünstigen, ist regelmäßige Feuchtigkeit notwendig. Ein Hufbad in regelmäßigen Intervallen ist also ratsam, am besten im Anschluss an das auskratzen der Hufe. Grundsätzlich gilt, dass trockene Hufe belastbarer sind als feuchte Hufe, daher sollte mit der Zugabe von Feuchtigkeit nicht übertrieben werden. Ein stundenlanges baden der Hufe in Wasser ist genauso unangebracht, wie ein nur wenige Minuten dauerndes Fußbad.

5. Fett

Die frisch gereinigten Hufe eines Pferdes sollten regelmäßig eingefettet werden, um ihre Elastizität und ihren Schutz zu erhöhen. Vor dem Auftragen des Hufbalsams sollte erst mit Wasser (z.B. Hufbad) gearbeitet werden, damit die Feuchtigkeit in den Huf ziehen kann. Die Reihenfolge ist also: erst Wasser, dann Fett. Wird ein Huf nur mit Fett behandelt, so trägt dies zur Austrocknung des Hufes bei, da die Fettschicht wasserabweisend wirkt. Der Huf wird in Folge dessen spröde. Gerade im Winter kann auch die Unterseite der Hufe mit Pflegebalsam behandelt werden. Die Behandlung des Kronrandes – also dem Übergang zwischen Huf und Bein – mit Pflegecremes trägt ebenfalls zur allgemeinen Pflege und Gesundheit des Hufes bei.

6. Huffestiger

Der Huffestiger hat nicht nur den namensgebenden, festigenden Effekt für das Huf des Pferdes, sondern auch einen desinfizierenden Effekt. Er hilft also, Pilzinfektionen vorzubeugen. Huffestiger sollte immer auf dem unteren Drittel des Hufes aufgetragen werden, bei beschlagenen Pferden besonders im Bereich der Nagellöcher. Der Zustand des Hufes gibt Aufschluss darüber, in welchen Intervallen Huffestiger zum Einsatz kommen sollte.

7. Neu beschlagen

Ein Pferd mit beschlagenen Hufen sollte in aller Regel alle sechs bis acht Wochen neu beschlagen werden. Hierbei wird der Huf von einem Hufschmied wieder in Form gebracht: Nachwachsendens Horn wird abgeschliffen, um dem Pferd einen geraden Stand auf den Hufen zu ermöglichen. Als Faustregel gilt, dass der Beschlag – egal ob Eisen oder Kunststoff – bei jedem zweiten Beschlag erneuert werden sollte um ein Brechen des Materials zu verhindern.

8. Ausschneiden

Handelt es sich bei dem Pferd um einen Barfußgänger, dann sind auch hier regelmäßige Intervalle zum ausschneiden der Hufe notwendig. In der Regel ist der zeitrahmen zwischen den einzelnen Terminen hier jedoch größer als bei beschlagenen Tieren: Als Faustregel gilt, das barfüßige Tiere alle acht bis zehn Wochen ausgeschnitten werden sollten. Fohlen sollten alle drei bis vier Wochen ausgeschnitten werden, damit sie sich langsam an die Prozedur gewöhnen.

9. professionelle Hilfe

Bevor schwerer Schaden angerichtet werden kann, sollte der Laie immer erst einen Profi – egal ob Hufschmied oder Hufpfleger – zu Rate ziehen.

10. Zeichen dafür, dass der Hufschmied notwendig ist.

Wenn das Pferd stolpert, nicht mehr „rund“ läuft, der Huf seitlich über die Eisen wächst, die Hufeisen zu dünn sind, sich Hufeisen lösen, die Hufe lang aussehen, sich Risse oder Spalten bilden oder die Hufe ausbrechen, sollte immer ein Hufschmied kontaktiert werden.

Das richtige Werkzeug zur Hufpflege findet Ihr bei Horze. Wie z.B. die Lochzange oder die Hufraspel. Wie pflegt Ihr die Hufen eurer Pferde?

Pferdefreunde, Reiter und Blogger repräsentieren dieses Profil.

  • http://www.my-big-blog.de/stylejournal/ Fabian

    Das Facebook Like Button Plugin waere eine tolle Erweiterung. Oder habe ich es nicht gesehen?

    • http://www.horze.de Horze

      Doch der Like Button scrollt immer links neben dem Artikel mit. Kann sein, dass du die Seite mit dem Handy besucht hast. (Dort wird die “Social Scrollbar” leider nicht angezeigt). Werde noch einen zweiten Like-Button hinzufügen (Unter dem Titel damit jeder es sieht)

  • http://www.unser-biobauer.de Jasmin

    Alle meine Kaltis laufen Barfuss und das das ganze Jahr über .
    Meine kleinste Stute hat zusätzlich Hufschuhe, kann nur jedem empfehlen die beschlagerei zu lassen und gescheite Schuhe zu kaufen , schont auf Dauer den Geldbeutel und Eure Hotties werden es Euch danken.

  • Tina

    Super Tipps ;)

  • Tanja Krizek

    Tolle Seite…ich schmöcker gleich mal weiter ;-)

  • Annika W.

    Gute Tipps!

  • http://Facebook Teresa G.

    Sehr gute Tipps!

  • Mia

    Mir hat bisher jeder Hufpfleger/Schmied gesagt, ich soll auf keinen Fall Hufe fetten. Und das waren einige, die das gesagt haben. Einem gesunden Huf schadet das Fett mehr, als dass es hilft. Ansonsten ein schöner Artikel (:

  • Svantje B.

    Also wir Kratzen immer die Hufe aus, und die Besitzerin der beiden Raspeld die Hufe gob ab. Alle 4 Monate kommt der Hufschmied ;)

  • anne gelb

    Ich bin vor kurzem aufs Land gezogen und bin seitdem endlich stolze Besitzerin eines Pony’s namens Antonie. Meine beste Freundin ist auch eine Pferdenärrin und hat immer tolle Pflegeprodukte der Linie ANICARE für ihr Pferd dabei. Für Antonie will ich nur das Beste und bestellte HOOF OIL, HORSE CARE Shampoo und HORSE MANE Glossy. Die Produkte sind toll und halten das was sie versprechen. Hufe, Fell und Mähne sind im top Zustand ;) http://www.sanustec.de