5 Tipps zur Reinigung und Pflege der Reitausrüstung

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Zum Reiten gehört eine große Menge von Reitausrüstung und Zubehör. Das Ausmaß aller angesammelten Gegenstände kommt erst zum Vorschein, wenn es darum geht, alles zu säubern und zu pflegen.

Der Frühling steht bald vor der Tür und das ermuntert viele zum Frühjahrsputz. Doch was sollte wie oft gereinigt und gepflegt werden? Wie pflege ich das verschiedene Zubehör richtig? Wie sollten Sattel, Zaumzeug, Stiefel und Co. aufbewahrt werden?

Hier fünf wertvolle Tipps:

1. Tägliche Pflege

Nach jedem Gebrauch – und somit bei den meisten täglich – muss unbedingt das Gebiss des Pferdes gründlich gesäubert werden. Achtet auf den Übergang von den Gebissenden zu den Trensenringen und auf die Trensenringe selbst. Euer Pferd wird sich freuen am nächsten Tag ein sauberes Gebiss ohne Hinterlassenschaften vom Vortag ins Maul gelegt zu bekommen.

Wenn die Möglichkeit besteht kann das Gebiss auch anschließend mit einem Handtuch abgetrocknet werden. Dies ist aber nicht zwingend notwendig.

Falls durch das Abkauen Speichelreste am Zaumzeug zu sehen sind sollte man diese mit etwas Lederseife entfernen. Ebenso ist es auch ratsam mit der Lederseife kurz über das gesamte Zaumzeug zu streifen, damit Schweißreste entfernt werden. Diese Maßnahme erhält die Ausrüstung deutlich länger in einem guten Zustand. Das Selbe gilt für alle Lederteile, die mit Pferdeschweiß in Berührung kommen, also auch alle Arten von Hilfszügeln und die Unterseite des Sattels, sowie auch der Sattelgurt.

Unter die tägliche Pflege fällt auch das Reinigen der Lederreitstiefel. Dies sollte mit einem Produkt erfolgen, welches das Leder nicht weich macht, da die Stiefel sonst nicht ihre Form behalten und sich zu sehr setzen. Einmal wöchentlich sollten die Stiefel sehr gründlich gereinigt werden, also auch die Fuge zwischen der Sohle am Übergang zum Leder. Ebenso sollte der Reißverschluss mindestens ein Mal pro Woche gepflegt werden. Dafür eignet sich z. B. spezielles Reißverschlussöl oder auch ein Teflonspray.

2. Vier Mal im Jahr

Das ganze Lederzubehör sollte mindestens vier Mal im Jahr gründlich gereinigt werden. Sucht euch dazu einen schönen Tag aus. Vielleicht setzt ihr euch auch in einer kleinen Gruppe zusammen, dann fällt die Arbeit wesentlich angenehmer aus. Oder lasst euch von eurer Lieblingsmusik nebenher unterhalten.

Für die gründliche Reinigung aller Lederteile empfiehlt es sich alles gänzlich zu zerlegen (falls ihr euch die Einstellungen z. B. an der Trense nicht merken könnt schreibt es euch bitte auf). Legt die Einzelteile in einen Eimer mit lauwarmem Wasser. Lasst die Lederteile dort für 5-10 Minuten einweichen und nehmt sie dann heraus und lasst sie kurz abtropfen. Dann nehmt ihr euer Sattelfett und reinigt jedes Teil sehr gründlich. Legt die gereinigten Teile auf ein Handtuch. Währenddessen könnt ihr euch dem Reinigen des Sattels widmen.

Ist der Sattel mit Sattelseife gereinigt lasst ihn eine Weile ruhe und geht zurück zu eurem zerlegten Zaumzeug oder Hilfszügel. Nun fettet diese ordentlich ein. Achtet auch auf die Nähte, damit diese schön geschmeidig und elastisch bleiben. Nach dem Fetten legt ihr diese Teile wieder auf das Handtuch zurück und fettet den Sattel.

Ist auch der Sattel gefettet (bitte nicht die Steigbügelriemen, da diese sich sonst dehnen), könnt ihr euer Zaumzeug oder eure Hilfszügel wieder zusammenbauen.

3. Reinigen von Putzzeug

Gelegentlich sollte auch das Putzzubehör gereinigt werden. Bürstet Kardätschen gründlich aus und legt sie in reines lauwarmes Wasser. Dies könnt ihr einige Male wiederholen bis das Wasser nicht mehr schmutzig wird. Eventuell könnt ihr eine milde Seife zur Reinigung verwenden, jedoch sparsam. Gummi- und Plastikstriegel sind sehr einfach zu reinigen. Alle Teile mit Borsten benötigen einige Zeit zum Trocknen. Deshalb ist es sinnvoll wichtiges Putzzubehör in doppelter Ausführung zu haben.

4. Waschen von Schabracken und Pferdedecken

Von Zeit zu Zeit sollten Schabracken und Decken gewaschen werden (Winterdecken generell im Frühjahr vor dem Einlagern). Die Reinigung in der heimatlichen Waschmaschine ist mit dem Problem verbunden, dass das Fassungsvermögen relativ klein ist für große Pferdedecken und Schabracken. Sie werden in der kleinen Trommel nicht rein gewaschen. Zudem folgt das Problem, dass die nachfolgenden Waschungen mit Pferdehaaren behaftet sind.

Ihr könnt Schabracken auch in einer größeren Wanne und etwas Waschmittel von Hand waschen. Dies ist eine praktische Möglichkeit für zwischendurch. Jedoch bekommt man Schabracken von Hand nicht so richtig sauber. Deshalb sollten sie nach 4-5 Handwäschen gründlich gereinigt werden. Bevor ihr die Schabracken wascht entfernt ihr die Haare am besten mit einer Bürste mit Gumminoppen.

Dazu gibt es entweder Wäschereien in der Nähe oder Anbieter, denen man Decken, Schabracken und weiteres Zubehör zum Waschen schicken kann.

Letzteres gibt es relativ häufig. Pferdesportgeschäfte bieten dies an oder auch über das Internet sind viele Anbieter zu finden.

Ein Preisvergleich lohnt sich enorm. Jedoch nicht nur der Preis spielt eine Rolle, man sollte auch die Leistungen vergleichen und auch die Waschergebnisse. Es nützt nichts sich für einen billigen Waschservice zu entscheiden und danach schmutzige Decken zurückzubekommen.

Sprecht mit Reiterkollegen, fragt nach Meinungen und Empfehlungen. Manchmal muss man etwas riskieren, etwas Neues ausprobieren und selbst Erfahrungen sammeln. Vielleicht landet ihr einen Glückstreffer und ihr entscheidet euch für DIE Pferdedecken-Wäscherei schlechthin.

Wir können euch jedoch den Tipp geben auf folgende Leistungen zu achten:

Die Wäscherei sollte eine normale Wäsche anbieten und zudem eine spezielle Wäsche für Lammfellartikel, da diese ein anderes Waschmittel benötigen. Zudem sollte die Wäscherei Imprägnieren von Regendecken anbieten. Ein schönes Extra ist ein Reperatur-Service.

Schaut euch nach Wäschereien um. Im Internet werdet ihr bestimmt fündig. Lest euch die Angebote der Wäschereien durch, ruft dort an, erkundigt euch nach Wasch- und Imprägniermittel. Je mehr Informationen ihr von der Wäscherei bekommt desto seriöser ist sie und desto zufriedener werdet ihr mit dem Waschergebnis sein.

5. Aufbewahrung

Die optimale Aufbewahrung von Pferdezubehör erfolgt in einer luftigen Sattelkammer bei einer Temperatur von 11° – 16° C. Ist es in der Sattelkammer wärmer verbreiten sich leicht Schimmelpilze. Ist es zu feucht setzt sich ein gräulicher Film auf die Lederteile. Dagegen helfen Luftentfeuchter.

Trensen hängt man an einen Haken oder Trensenhalter und achtet auf eine gute Luftzufuhr. Ebenso beim Sattel: Legt ihn auf einen Sattelbock oder Sattelhalter, damit er ausreichend von allen Seiten belüftet wird und seine Form behält.

Gewaschene Decken und Schabracken sollten gut getrocknet in einer Plastiktüte aufbewahrt werden. So sind sie vor Einstauben geschützt.

 

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Reiterin mit Spezialgebiet Dressur, Erfahrungen in Zucht, Haltung, Fütterung und Gesundheit

  • Anja

    Super Beitrag!!
    Sobald es wieder wärmer ist werden wir mit den Vereinskindern einen Putztag veranstalten, da kann ich die Tipps gut gebrauhen!

  • Elena

    Für “Neulinge” super, ansonsten sollte man das schon immer machen ;o)
    Für Faulpelze ein netter Anreiz…

  • Nine

    Gute Erinnerung….die lederpflege “vergesse” ich gerne :)