Ausbildung: Die Galopparbeit

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In unserem Letzten Teil unserer Ausbildungs-Serie werden die Schritte und Vorübungen erläutert, die zu einer korrekt gerittenen Galopppirouette führen.

Voraussetzungen für die Galopppirouette sind:

  • Eine sichere Beherrschung des versammelten Galopps.
  • Eine sichere Beherrschung von Galopptraversalen auf beiden Händen.
  • Eine kräftige Hinterhand und eine gute Hankenbeugung.
  • Ein williges Annehmen des äußeren Zügels.
  • Es sollten 2-3 deutlich verkürzte Galoppsprünge “auf der Stelle” geritten werden können.

Es ist sehr wichtig, dass der Kreisbogen anfangs nicht zu eng geritten wird. Er sollte allmählich verkleinert werden. Absolut oberstes Gebot ist, dass der klare Dreitakt erhalten bleibt, ebenso wie Fleiß und Schwung. Geht eine dieser Eigenschaften verloren muss die Lektion sofort abgebrochen und neu angesetzt werden.

Hilfengebung

  • Gewichtshilfe nach innen verlagern (noch etwas mehr als das Gewicht im Galopp schon nach innen verlagert ist).
  • Das innere Bein treibt stetig, bei etwas triebigeren Pferden in der doppelten Frequenz.
  • Das äußere ein begrenzt die Hinterhand des Pferdes und kann sie traversartig nach innen führen.
  • Der innere Zügel ist verkürzt, kann etwas nach innen weisen und gibt nur die Richtung vor; er ist passiv einzusetzen.
  • Der außere Zügel spielt die wesentliche Rolle, das das Pferd absolut an den Hilfen des äueßen Zügels stehen muss; dieser führt das Pferd und ist ausschlaggebend für die Versammlung.

 

Die Vorbereitung für die Galopppirouette erfolgt zunächst über die Übung Zirkel verkleinern und vergrößern. Dies kann im Trab und auch im Galopp geritten werden.

Dazu verkleinert man den Zirkel traversartig, was die Hinterhand zur vermehrten Lastaufnahme anregt. Vergrößert wird der Zirkel schulterhereinartig.

Wenn dies gut beherrscht wird kann man die Übung auf eine Kehrtvolte übertragen. Dabei wird das Abwenden zuerst groß angesetzt, dann nach und nach verkleinert.

Ebenso kann die Vorbereitung auf eine Galopppirouette durch vier Viertelpirouetten auf einem Quadrat angelegt werden. Der Vorgang wurde bei der Schrittpirouette schon einmal beschrieben:

  • Punkt im versammleten Galopp anreiten.
  • Wendung um 90°.
  • Geradeaus 2-3 Sprünge im versammelten Galopp wegreiten.
  • Wendung um 90°.
  • Geradeaus 2-3 Sprünge im versammelten Galopp wegreiten.
  • Wendung um 90°.
  • Geradeaus 2-3 Sprünge im versammelten Galopp wegreiten.
  • Wendung um 90°.
  • Geradeaus weiterreiten.

 

Der Begriff Arbeitspirouetten umfasst alle Pirouetten, die auf einer kleinen Volte, also auf einem kleineren Durchmesser geritten werden. Sie sind nicht so zentriert und „auf dem Punkt“ geritten wie die eigentliche Galopppirouette.

Hilfreich für das Anlegen einer Arbeitspirouette ist  z. B. der Reitlehrer, um den herum die Arbeitspirouette geritten wird. Steht kein Trainer zur Verfügung kann dies auch mit einem Kegel erfolgen. Der Trainingseffekt und die Unterstützung durch die Hilfe eines Kegels dürfen nicht unterschätzt werden, da die Pferde beim Anblick des Kegels mit der entsprechenden Hilfengebung schon genau wissen, was sie nun zu tun haben.

Sehr wichtig zu beachten ist, nicht in der Hüfte nach innen abzuknicken. Immer aufrecht sitzen bleiben, dabei aber das Gewicht eindeutig nach innen verlagern. Die innere Schulter dreht sich nach hinten, die äußere Schulter geht nach vorne. Der Kopf und der Blick gehen nach innen zu dem Punkt, um den die Pirouette geritten werden soll.

Die allergrößte Gefahr besteht darin, die Pirouettenarbeit zu sehr zu üben. Dies ist eine sehr anstrengende und kräfteraubende Lektion und das Pferd kann leicht überanstrengt werden.

Deshalb bitte nur in einem vernünftigen Maß üben!

 

Wir hoffen ihr hattet Spaß mit dieser Serie. Falls ihr Wünsche oder Anregungen habt teilt sie uns bitte mit.

Reiterin mit Spezialgebiet Dressur, Erfahrungen in Zucht, Haltung, Fütterung und Gesundheit