Reiten im Winter: Die komplette Reitbekleidung für Pferd und Reiter

winter

Jeden Winter stellt sich erneut die gleiche Frage:
Was ziehe ich an? Wie bleibe ich warm, schwitze aber nicht zu stark?

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten sich zu kleiden. Verschiedene Faktoren spielen bei der Auswahl eine Rolle:

  • Reite ich in der Halle?
  • Reite ich auf einem Außenplatz?
  • Reite ich im Gelände?
  • Verrichte ich Stallarbeit?

Die Produkte reichen von Funktions-Unterwäsche über gefütterte Reithosen, atmungsaktive Sweatshirts und Jacken über dick gefütterte Thermohosen. Zudem bieten sich Wollstrümpfe und/oder Thermostiefel an, ebenso Schals, Mützen und auch Sturmhauben.

Auch das Pferd soll nicht vergessen sein. Hier stellt sich alljährlich die Frage:
Schere ich mein Pferd? Decke ich nur ein? Lasse ich der Natur freien Lauf?

Auch hier gilt es zu bedenken, welche Ansprüche man an das Pferd stellt:

  • Bleibt das Pferd den ganzen Winter über im Training?
  • Wird das Pferd hauptsächlich freizeitmäßig geritten?
  • Was lässt der Gesundheitszustand zu?
  • Welche Haltungsbedingungen sind vorzufinden?

Reiten in der Halle

Für den Reiter

Wenn ein Training in der Halle absolviert wird, ist man vor Wind und Nässe geschützt. Deshalb ist hier von Vorteil, wenn man atmungsaktive Kleidung trägt, die Feuchtigkeit nach außen transportiert. Hier bieten sich Stoffe wie z. B. Fleece an.

In den meisten Fällen benützt man beim Reiten in der Hall normale Reithosen. Man kann natürlich auch warm gefütterte Reithosen benutzen.
Beim Absolvieren eines Trainings ändert der Reiter in der Regel nichts an seinem Schuhwerk und bleibt bei seinen Chaps oder Stiefeln.
Eventuell können dickere Kniestrümpfe darunter gezogen werden.

Als Oberbekleidung über dem Pullover oder Sweatshirt bietet sich eine Reitweste an (Reitweste für Damen, Reitweste für Herren). Westen bieten Bewegungsfreiheit, wärmen aber auch die empfindliche Rücken- und Lendenpartie.
Zu Beginn in der Aufwärmphase sitzt der Reiter zuerst warm eingepackt auf dem Pferd und kann über der Weste noch eine dick gefütterte Reitjacke tragen, welche dann zu Beginn der Arbeit abgelegt wird.

Die Finger verrichten beim Reiten eine essentielle Aufgabe. Sind die Finger zu kalt hat man sehr wenig Gefühl und die Zügelhilfen können nicht fein ausgeführt werden. Zu dicke Handschuhe bewirken zwar warme Finger, jedoch können die Zügel ebenfalls nicht feinfühlig eingesetzt bzw. gut festgehalten werden. Die perfekten Winterhandschuhe kombinieren den Erhalt der Wärme doch einen direkten Kontakt zum Zügel.
Eine Mütze zum Wärmen der Ohren ist auch beim Reiten in der Halle angebracht.

Für das Pferd

Wenn es nicht geschoren ist, sollte es in jedem Fall nach der Arbeit eine Abschwitzdecke aufgelegt bekommen und in einer zugfreien Box trocknen. Erst danach darf das Pferd wieder auf den Paddock oder die Weide gebracht werden.

Geschorene und eingedeckte Pferde müssen in der Aufwärmphase eine wärmende Decke für die Nierengegend tragen. Die Nieren- und Lendengegend ist beim Pferd eine der empfindlichsten Stellen. Ehe man sich versieht hat das Pferd einen Lumbago, was weitläufig als Kreuzverschlag bekannt ist.
Der Kreuzverschlag ist eine Krankheit oder Verletzung, die man nicht leichtfertig behandeln darf. In schlimmen Fällen führt dies zum Tod des Tieres.
Deshalb sollte auch sofort nach dem Training in der Schritt-Abschwitzphase eine Decke aufgelegt werden, damit die Nieren nicht auskühlen. Hier wird beim Reiten in der Halle gerne eine Decke ohne Gurte verwendet.

Das Reiten auf dem Außenplatz

Für den Reiter

Während der Aufwärmphase behält der Reiter eine gut gefütterte, gerne wasser- und winddichte Reitjacke an (Reitjacke für Damen, Reitjacke für Herren). Nach der Aufwärmphase stellt sich die Frage ob man lieber in einer gut gefütterten Weste reiten möchte, oder in einer etwas dünneren atmungsaktiven Winterjacke. Ein Schal empfiehlt sich beim Reiten im Freien ebenso wie eine Mütze unter dem Helm. Ebenso sind geeignete Handschuhe sehr wichtig.
Trainiert man den Winter über auf einem Außenplatz schaffen sich etliche Reiter auch gefütterte Stiefel oder gefütterte Chaps an, damit das direkte Gefühl zum Pferdekörper erhalten bleibt, jedoch die Beine nicht zu tief in der Temperatur sinken.

Für das Pferd

Nehmen Sie in jedem Fall eine Abschwitzdecke mit nach draußen, egal ob Ihr Pferd geschoren ist oder nicht. Ein ungeschorenes Pferd braucht die Decke direkt nach der Arbeit wie geschorene und eingedeckte ebenso davor.

Reiten im Gelände im Winter

Für den Reiter

Viele Ausritte finden hauptsächlich im Schritt statt. Das Pferd bewegt sich, erwärmt sich durch diese Energie. Der Reiter hingegen sitzt mit relativ wenig Bewegung und Aktion im Sattel und kühlt deshalb ab und fängt an zu frieren.
Hier ist wind- und wasserabweisende, dick gefütterte Kleidung angebracht.
Spezielle Thermoreithosen sowie Thermoreitstiefel lassen an den Beinen keine Kälte aufkommen. Ein Schal sowie eine Sturmhaube halten einen Großteil von Hals und Gesicht warm. Hier kann ebenfalls ein Helm darüber aufgesetzt. An dem Preis einer guten Jacke sollte nicht gespart werden. Atmungsaktivität ist auch hier ein Muss.

Für das Pferd

Auch das Pferd darf hier wieder nicht zu kurz kommen. Bei Ausritten bieten sich Nierendecken sehr an. Sie schränken in keiner Weise die Bewegungsfreiheit ein, überhitzen das Pferd nicht und schützen die empfindliche Rückenpartie. Zudem sind sie einfach zu handhaben und anzubringen.

Für Pferd und Reiter

Sehr sinnvoll sind zudem Reflektoren. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Es gibt Reflektoren die am Zaumzeug angebracht werden, es gibt reflektierende Gamaschen, Helmlampen, Warnwesten, Schweifreflektoren, Reflektordecken und vieles mehr um im Straßenverkehr aufzufallen.

Ausrüstung für Stallarbeit

Die tägliche Stallarbeit kann man im Winter in den seltensten Fällen in „normaler“ Reitkleidung verrichten.
Hier ist weniger die Wasser- und Winddichte gefragt, jedoch die Atmungsaktivität und auch das Außenmaterial.
In der Regel kommen hier Thermohosen zum Einsatz in Kombination mit dicken Strümpfen und Schuhen, die Nässe trotzen, bequem und robust sind. Auch Handschuhe sind im Einsatz. Hier ist nicht so viel Wert auf Fingerspitzengefühl zu legen als auf die Wärme.
Ein Schal in Verbindung mit einer gut schützenden warmen Mütze tragen dazu bei, die Stallarbeit angenehm zu machen.

Wie jeden Winter gibt es viele verschiedene Möglichkeiten sich und das Pferd zu kleiden und jeden Tag muss dies neu bedacht werden, je nach Wetterlage, zu verrichtender Arbeit und Haltungsbedingungen und Gesundheitslage.

Wie kleidet Ihr euch und eure Pferde im Winter ein?

Pferdefreunde, Reiter und Blogger repräsentieren dieses Profil.

  • http://www.equine-blog.de Salim

    Schön, dass ihr darüber berichtet. Ich habe es vor wenigen Wochen auch erst auf meinem Blog getan. Vor allem die Differenzierung der verschiedenen Einsatzgebiete gefällt mir.

  • lele

    Schön das man hier nochmal gucken kann was man am besten so anzieht :) Hab auch ne Thermohose aber so ne dünnere ;)

  • B.Pella

    Super Blog ! Auch ne nette Unterteilung der Tipps in Halle / Platz usw.
    Vielen Dank :)

  • Dagmar Buscema

    Ja, da komm ich ins Grübeln, der echte Winter ist noch nicht so fühlbar, Thermohosen warten noch auf mich, aber wenns dann los geht, bin ich informiert :-)

  • http://www.jasmin-picher.de Jasmin Pichler

    Wieder mal super Tipps, Eure Blogs sind echt interessant und machen richtig Spass zum Lesen :-)))

  • Astrid Kohlmeyer

    Also mir geht es auch immer so. ich überlege stundenlang was sich anziehen soll. erst ist es zu kalt dann während der stallarbeit ist es zu warm und beim reiten dann wieder zu kalt. unglaublich :)

  • http://www.fotografie-von-svantje.de.to Svantje B.

    Super Artikel! :)

  • http://www.cm3-shop.de/ledhallenbeleuchtung patrick

    Yeah! I love this post, but I prefer the new Reithelm