Reitstiefel einlaufen: 5 Tipps zum einlaufen neuer Stiefel

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Wer regelmäßig mehrmals die Woche reitet und auch auf Turnieren unterwegs ist, entscheidet sich früher oder später für Lederreitstiefel.

Lederreitstiefel sind – bei richtiger Pflege – sehr langlebig, geben dem Bein Stabilität, lassen den Reiter aber auch sehr gut mit dem Bein auf das Pferd einwirken. Sie sehen zudem attraktiver aus als Chaps und laut LPO § 68 – Ausrüstung der Reiter sind Stiefel (bzw. Stiefelschäfte) auf Turnieren vorgeschrieben.

Doch gehen immer wieder Gruselgeschichten um, wie schlimm es ist, neue Lederstiefel einzulaufen und wie lange es dauert, bis man sich in den neuen Stiefeln wohl fühlt.

Doch für alle, die noch nie Lederreitstiefel hatten, sich jedoch welche anschaffen möchten: Dies sind Ammenmärchen! Die Gewöhnung an neue Reitstiefel ist von Stiefel zu Stiefel und Träger zu Träger unterschiedlich und man kann die Eingewöhnung sehr erträglich machen. Hier unsere 5 Tipps dafür:

1. Die Passform

Auf eine gute Passform ist das Hauptaugenmerk zu legen. Lasst Euch im Reitsportgeschäft beraten, nehmt euch ausreichend Zeit. Kompromisse müssen fast immer eingegangen werden, es sei denn, man lässt sich Stiefel nach Maß anfertigen. Jedoch werden das hauptsächlich nur Reiter machen, die täglich mehrere Stunden auf dem Pferd sitzen und im viel Turniersport unterwegs sind.

Aber die Kompromisse sollten so gering wie möglich gehalten werden, denn damit wird das Einlaufen der Reitstiefel um so angenehmer.

2. Die Lederqualität

Sehr billige Stiefel bestehen oftmals aus keinem qualitativ hochwertigen Leder. Dieses Leder kann entweder sehr weich sein und lässt Stiefel schon nach kurzer Zeit die Form verlieren bzw. die Stiefel nutzen sich sehr schnell ab. Minderwertiges Leder kann aber auch sehr steif und spröde beschaffen sein, was ein Einlaufen der Stiefel mehr als unangenehm macht, da sie sich nicht gut der Form des Fußes und des Beins anpassen. Bei sprödem Leder kann es schnell zu Rissen und Brüchen kommen. Dies sollte in jedem Fall reklamiert werden, wenn dies nur nach kurzer Zeit nach dem Kauf eintritt.

Die Lederqualität kann auch nach der Farbbeständigkeit beurteilt werden. Bekommen die Lederreitstiefel trotz ordentlicher Pflege eine gräuliche Farbe sind sie qualitativ nicht sehr hochwertig – was allerdings nicht unbedingt für den täglichen Gebrauch beeinträchtigt. Alleine für das Reiten auf Turnieren sind diese dann nicht unbedingt geeignet.

3. Die Polsterung

Vorteilhaft ist es beim Einlaufen neuer Lederreitstiefel, wenn man sich Strümpfe anzieht, die einen verstärkten Fersenbereich haben. Ebenso beugen Gel-Polster sehr gut Druckstellen und ein Wundreiben vor.

4. Der Gebrauch

Die neuen Reitstiefel sollten zu Beginn oft getragen werden. Nicht zwingend auf dem Pferd. Es ist schon äußerst hilfreich die Lederreitstiefel anzuziehen und zuerst einfach einmal mit ihnen für eine Weile zu sitzen. Generell sollte mit Lederreitstiefeln nicht mehr als nötig gelaufen werden und auch keine Stallarbeit verrichtet werden. Deshalb empfiehlt sich für den Anfang ein Sitzen mit den Stiefeln und immer wieder ein paar Schritte laufen.

Beim Reiten tritt oftmals zuerst ein unangenehmes Gefühl in der Kniekehle auf, weil die Stiefel in der Regel dort anstoßen. Später setzen sie sich durch die Falten am Sprunggelenk.

Es ist nicht grundlegend zu bestätigen, dass neue Reitstiefel Schmerzen beim Einlaufen bereiten. Unangenehm wird es in jedem Fall sein. Aber oftmals läuft man neue Lederreitstiefel nur mit leichten Druckstellen ein, aber ohne Blasen und offene Wunden.

Die beste Möglichkeit für ein schnelles Einlaufen von Reitstiefeln ist: Immer und immer wieder anziehen, mit ihnen reiten oder sich zu Beginn einfach zu Hause mit ihnen herumlaufen.

Sehr wichtig ist die Pflege, die maßgeblichen Einfluss auf das Einlaufen und auch den Erhalt der Reitstiefel hat.

5. Die Pflege und Aufbewahrung

Lederreitstiefel sollten an einem gut belüfteten, nicht zu kalten aber auch nicht unbedingt beheizten Ort aufbewahrt werden. Ein Einbetten in eine Stiefeltasche hält Staub von den Stiefeln fern.

Die tägliche Pflege ist unerlässlich. Man verwendet in der Regel Reinigungsmittel, das das Leder nicht weich werden lässt. Es gibt bestimmt Produkte zur Stiefelreinigung. Jedoch wird jeder selbst herausfinden, welches Produkt am Praktikabelsten ist und den gewünschten Effekt hervorruft.

Die regelmäßige Pflege der Stiefel lässt das Leder angenehm werden, da es nicht austrocknet und dadurch nicht spröde und steif wird.

Eine optimale Passform behalten die Stiefel, wenn man sie nach jedem Gebrauch mit Stiefelspannern aufrecht und leicht gedehnt hält. Die Stiefel sacken dann nicht in sich zusammen und das Leder wird an den Falten im Sprunggelenk weniger strapaziert.

 

Habt ihr weitere Tipps für uns und möchtet sie mit anderen Blog-Lesern teilen? Dann hinterlasst einen Kommentar.

Reiterin mit Spezialgebiet Dressur, Erfahrungen in Zucht, Haltung, Fütterung und Gesundheit

  • Svantje Brandt

    Toler Artikel! :)

  • Ida

    super artikel =D
    danke ;)

  • Tina

    Ballistol, oder Fahrradfahren und Kniebeugen;)
    tut zwar teilweise weh aber dadurch kommen die setzfalten recht schnell ;)

    • Alina Loistl

      Radfahren finde ich sehr schlecht mit Lederstiefeln da sonst falsche falten, die beim reiten nicht gerade von Vorteil sind, entstehen

  • http://reitsecondhandshop.webnode.com Luise

    Das kommt gerade super, ich hab mir nämlich neue Stiefel gekauft. Ich habe die gleich beim 2. mal tragen zum Spazieren gehen benutzt – das war ein Fehler. An mehreren Stellen komplett aufgescheuert und auch noch die gute Strumpfhose angehabt ;) Das ist jetzt zwei Wochen her und die Wunden waren so tief, dass sie immer noch nicht verheilt sind. Trau mich jetzt gar nicht mehr die anzuziehen… Aber ich muss wohl! Und ich hoffe, dass sich die Schmerzen gelohnt haben und sie jetzt besser sitzen.
    Also danke für den Artikel, vielleicht hilft der mir dann noch weiter!

  • Elena

    Guter Artikel!
    Am Anfang hilft viel Pflege und wie beschrieben, wenig laufen, auf dem Pferd ist es nicht so schlimm. Besonders sollte man es vermeiden wie Luise damit einen Spaziergang zu machen, einfach immer die Möglichkeit andere Schuhe anzuziehen ist sehr Vorteilhaft.
    Notfalls noch ein paar Schuhe mitnehmen um z. B. beim Parcours auf und abbauen bei der Springstunde nicht gleich den Spaß an den neuen Stiefeln zu verlieren.

  • Rene Lembrecht

    Es ist immer ratsam die neuen Stiefel kurz anzuziehen und ein paar Minuten damit zu laufen. Scheuernde, drückende Stellen sieht man dann schon und kann diese Stellen am Fuss mit einem handelsüblichen Pflaster zusätzlich schützen. Ansonsten.. wer schön sein will muss leiden, gilt wohl besonders für neue Reitstiefel

  • Kathi Locke

    Toller Beitrag!
    Also ich hab mein Stiefel damals erst Zuhause eingetragen, besonders dann, wenn mal wieder ein Schreibtisch-Tag anstand und mit der Weile wurden sie auch immer bequemer :)
    Wer sie nicht so lange in der Wohnung tragen möchte und lieber gleich aufs Pferd steigt, sollte ab einer gewissen Pferdegröße lieber mit einer Aufsteighilfe aufsteigen, das verhindert fiese Schmerzen, zumindest hatte ich dieses Problem…
    Um die Sohle vor dem Ablaufen etwas zu schützen, habe ich mir vom Schuhster kleine Metallplatten unter die Sohle machen lassen (fußspitze + hacke), eine tolle Sache und sie fallen auch nicht auf! Ansonsten habe ich sie ab und an mal mit Lederfett eingeshmiert und immer nach dem Putzen eine Schutzcreme aufgetragen. Meine Stiefel sahen nach einem Jahr immernoch aus wie gerade gekauft :)

  • Alina Loistl

    Toller Beitrag
    Ich habe mir vor ca.3 Monaten neue gekauft (mit ein paar freundinen die sich dann auch alle entschieden haben welche zukaufen).
    Wir sind dann alle Treppen hoch und runter gelaufen und eine kleine runde ums Haus und es hat geklappt unsere Kniekehlen waren zwar sehr rot aber die stiefel hatten sich soweit gesenkt das wir am nächsten mit relativ wenig schmerzen reiten konnten.
    Vor dem reiten hatten wir noch minimal lederfett an die falltstellen geschmiert damit das leder dort nicht spröde und brüchig wird.
    Nach jedem reiten spühle ich die stiefel mit wasser ab damit sich kein schmutz im Leder festfrisst und ganz wichtig abtrocknen da das wasser sonst in die stiefel einzieht was nicht so toll ist.
    Schuhcreme (KIWI) mach ich nur vor dem tunier an der außenseite dran (wenn man es innen dran macht wird es rutschig am Sattel).
    Ich würde auch nicht empfelen die stiefel mit Sattelseife am sattel zu “fixieren” da sonst das Leder abblättert (nicht schlimm aber auch nicht schön) sondern Haftwachs zu nehmen (aber danach vom stiefel und vom sattel mit einem feuchten schwamm abwaschen).
    Nach ca. 3 Wochen (2-3x Reiten/ Woche) konnte ich ohne Probleme reiten :)
    LG Alina

  • http://www.sattel-dein-pferd.de JackyW

    Sehr interessanter Artikel mit guten Tipps. Ein Lederstiefel ist von der Qualität immer besser! Ein neuer Schuh bzw. Stiefel muss erst eingelaufen werden, um eine perfekte Passform zu bekommen. Eine entsprechende Pflege des Leders muss ebenfalls sein, damit man lange was davon hat.