Welcher Sattel: Sattelarten und deren Aufbau

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Anlehnend an das Thema “Gut aufgezäumt” kommt nun hier die Fortsetzung in Bezug auf Sättel. Auch hier soll gleich gesagt sein, dass nur ein kleiner Teil zu diesem Thema angeschnitten wird, weil es sehr umfangreich und komplex ist. Hier soll dargestellt werden, wie Sättel aufgebaut sind und welche Eigenschaften sie haben.

Der Sattelaufbau

Der Sattelbaum

Er kann in verschiedenen Materialien gefertigt werden wie z. B. Holz und Kunststoff. Er bildet die Grundlage, das Gerüst des Sattels, um den alle anderen Sattelteile angefügt werden.

Die Sattelkammer

Unter der Sattelkammer liegt der Widerrist und dort verläuft die Wirbelsäule. Hier darf kein Druck auf den Pferderücken gelangen. Übliche Kammerweiten sind 26 bis 36 cm.

Das Sattelkissen

Es ist die Polsterung des Sattels die so sein sollte, dass sie gleichmäßig verteilt und nicht zerdrückt ist, und dass keine Klumpen gebildet werden. Mindestens ein Mal jährlich sollte die Sattelpolsterung von einem Fachmann überprüft und gegebenenfalls der Sattel aufgepolstert werden.

Die Sitzfläche

Sie wird in der Größe Inch angegeben und die Standartgrößen sind zwischen 16,5″ und 18,0″.

Die Schweißblätter

Die Schweißblätter sind die Seitenteile des Sattels, die direkt am Pferd anliegen. Sie sind aus besonders hochwertigem Leder gefertigt, weil sie durch die Sattelunterlage mit Schweiß in Berührung kommen.

Die Sattelblätter

Sie bilden die oben liegenden Seitenteile des Sattels. Je nach Form des Sattelblatts wir der Sattel disziplinspezifisch eingeteilt.

Die Sattelgurtstrippen

Je nach Sattelart sind sie lang oder kurz gehalten. Sie sind aus extra reißfestem Leder gefertigt.

Die Deckblätter

Sie sind nur bei Sätteln vorhanden, die über kurze Gurtstrippen verfügen. Sie decken die Schnallen des Sattelgurtes ab.

Die Steigbügelriemen

Diese Riemen gibt es in verschiedenen Längen, in der Regel von 1,20m bis 1,75m, die je nach Reitsportdisziplin, Sattelart und Beinlänge des Reiters gewählt werden.

Die Steigbügelfeder

Die Steigbügelfeder ist die Haltevorrichtung der Steigbügelriemen. Sie verfügt über einen Klappmechanismus. Jedoch sollte die Feder in der Regel offen sein. Bei einem Verhaken mit den Bügeln und einem folgenden Sturz stellt diese Feder sicher, dass der Steigbügelriemen sich vom Sattel löst.

Die Steigbügel

Steigbügel gibt es in zwei Standardgrößen: 12cm breit für Erwachsene, 11cm breit für Kinder.

Die Steigbügeleinlagen

Diese gibt ein in unterschiedlichen Materialien (Gummi, Aluminium) und Formen (eben, schräg).

Die Sattelunterlage

Heute sind sie nur noch wenig gefragt: Die Satteldecken. Sie haben die Form des jeweiligen Sattels und nehmen den Schweiß vom Pferd auf, schützen das Leder weitestgehend vor dem Schweiß. Heute sind fast nur noch Schabracken erhältlich. Diese sehen eleganter aus und ermöglichen Schriftzüge oder das Platzieren eines Sponsors.

Der Sattelgurt

Je nach Disziplin und Sattelart gibt es Langgurte oder Kurzgurte. Dies gibt es z. B. in den Materialien Leder, Neopren, Bauwolle oder Lederersatz.

Die Lage des Sattels

Die richtige Lage des Sattels ist extrem wichtig für das Wohlbefinden des Pferdes und des Reiters. Hauptaugenmerkt liegt bei:

  • Der Sattel muss überall auf dem gesamten Pferderücken gleichmäßig anliegen.
  • Der tiefste Punkt der Sitzfläche muss insgesamt im Erscheinungsbild die tiefste Stelle des Pferderückens sein.
  • Die Sattelkammer darf auch bei belastetem Sattel nicht den Pferderücken berühren.

Liegt ein Sattel nicht korrekt und ist nicht korrekt angepasst, führt dies von Verspannungen hin bis zu offenen Wunden auf dem Pferderücken.

Die Sattelarten

Der Dressursattel

Dressursattel von Horze

Dressursattel von Horze

Der Dressursattel ermöglicht durch lange Sattelblätter ein gestrecktes Reiterbein und somit ein tief liegendes Knie. Durch die tiefe Sitzfläche sitzt der Reiter sehr nahe am Pferderücken, was eine optimale Hilfengebung, z. B. Gewichtsübertragung, zulässt.

Der Springsattel

Springsattel von Horze

Springsattel von Horze

Im Gegensatz zum Dressursattel hat ein Springsattel ein kurzes Sattelblatt und dieses ist weit nach vorne geschnitten, damit der Springreiter mit den kurzen Bügeln einfach im leichten Sitz reiten kann und doch einen sicheren Halt hat. Die Sitzfläche ist relativ flach.

Der Vielseitigkeitssattel

Dieser Sattel vereinigt den Dressursattel und den Springsattel. Jedoch sind die Vorteile beider Sättel nicht so stark ausgeprägt. Hauptsächlich werden Vielseitigkeitssättel von Reitanfängern und Freizeitreitern genutzt, die schöne Dressurarbeit verrichten und auch einige Sprünge absolvieren können.

Vielseitigkeitessättel gibt es auch noch spezifiziert: Es gibt Vielseitigkeitssättel mit dem Schwerpunkt Dressur und Springen.

 

Es gibt noch eine Menge anderer Sättel wie Westernsättel, iberische Sättel, Rennsättel, Gangpferdesättel. Jedoch würde dies den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Hier wurden nun lediglich die am meisten verwendeten Pferdesättel aufgeführt und erläutert.

 

Welchen Sattel – und somit Disziplin – bevorzugt ihr?

Reiterin mit Spezialgebiet Dressur, Erfahrungen in Zucht, Haltung, Fütterung und Gesundheit

  • Sonja

    Wie passend! Ich bin gerade dabei mir einen neuen Dressursattel zuzulegen, weil mein Pferd sich muskulär so verändert hat.
    Am liebsten reite ich auch im Dressursattel. Allerdings habe ich auch noch einen Vielseitigkeitssattel zum Ausreiten und Springen. Den hab ich damals gebraucht gekauft und von meiner Sattlerin anpassen lassen. Ich bin sehr zufrieden und werde jetzt evtl. auch einen gebrauchten Dressursattel nehmen, weil der einfach super auf mein Pferd und unter meinen Hintern passt und noch top in Schuss ist. Da muss es dann nicht unbedingt ein neuer Sattel sein.

  • http://www.fotografie-von-svantje.de.to Svantje B.

    Das ist ein toller Artikel…
    Ich hätte ja super gerne einen Baumlosen Sattel, aber das Geld^^ :(
    Vielleicht wird das ja was, wenn ich einen der Gutscheine gewinnen sollte :D

  • Ida

    Schöner Blogeintrag :)
    Ein gut sitzender Sattel ist das Wichtigste überhapt.

  • Silke E.

    Danke für den interessanten Beitrag. War für mich sehr lehrreich da doch viele verschiedene bezeichnungen für Sattelteile verwendet werden. Habe mir eben einen Sattel zugelegt und weiss damit das ich alles richtig gemacht habe. LG

  • Andreas76

    Ein toller Sattel bietet Komfort und macht das Reiten auch sicherer.
    Das ist wie beim Laufen ein Paar gute Schuhe zu tragen.

  • Franzi Steinfurtt

    Mein Favorit sind immer noh Wintec Sättel.. Leider sehr teuer…

  • Elena

    Wie immer interessanter Beitrag.
    Das Thema Sattel wird leider häufig noch vernachlässigt, da es eine teure Geschichte ist und gute Sattler auch nicht an jeder Ecke zu finden sind.