Welche Pferdeausrüstung wird wirklich benötigt?

Der Markt zum Kauf für Pferdeausrüstung ist riesig. Dem entsprechend groß ist auch die Auswahl an verschiedenem Pferdezubehör. Dies bringt vor allem unerfahrene angehende Pferdebesitzer zum Grübeln, welches Zubehör ein Pferd wirklich benötigt.
Da Pferdeausstattung nicht unbedingt billig ist sollte gut überlegt sein, welche Artikel wirklich von Beginn an nötig sind und mit welchen Produkten man sich noch Zeit lassen kann.

Wir möchten euch hier einen Einblick geben, welches Pferdezubehör unbedingt von Anfang an nötig ist und warum.

Halfter

Das Halfter ist die Grundausrüstung eines Pferdes schlechthin. Meist trägt es nur bei Nacht kein Halfter. Es ist äußerst sinnvoll mindestens zwei Halfter ständig zur Hand zu haben. Zum einen kann ein Halfter z. B. für den Koppelgang und somit zum schmutzig machen verwendet werden, das andere für alle anderen Tätigkeiten rund ums Pferd. Ebenso ist es wichtig ein Halfter als Ersatz vorrätig zu haben.

Das Halfter ist weniger nach dem optischen Aspekt zu wählen, sondern nach der Funktion und dem Verwendungszweck. Somit ist für ein Pferd, das nicht sicher am Putzplatz steht, ein elastisches Halfter sinnvoller als ein Halfter mit schönen Applikationen.

Führstrick

Ebenso verhält es sich mit dem Führstrick. Es ist nahezu unablässig einen Ersatzführstrick zu haben. Der Führstrick sollte eine Länge von ca. 2m haben. Zudem darf er nicht zu dünn beschaffen sein, da er sonst nicht genügend Festigkeit hat und ein dünner Führstrick ist im Notfall nicht so griffig wie ein dickeres Material.

Putzzubehör

Jedes Pferd sollte sein eigenes Putzzubehör haben. Dies ist wichtig, damit das Risiko der Bakterien- und Pilzübertragung gering gehalten wird. Ganz ausgeschlossen werden kann es nie wenn mehrere Pferde unterschiedlicher Besitzer in einem Stall stehen.
Das nötigste an Putzutensilien sind:

  • der Hufkratzer
  • der Nadelstriegel
  • eine Kardätsche mit langen Borsten
  • eine Kardätsche mit kurzen Borsten
  • eine Schweif- und Mähnenbürste
  • verschiedene Schwämme
  • ein Schweißmesser

Der Hufkratzer

Hufkratzer von Horze

Hufkratzer von Horze

Der Hufkratzerwird in der Regel mehrmals täglich eingesetzt. Nach dem Herausnehmen des Pferdes aus der Box, somit meistens vor dem Reiten und in jedem Fall nach dem Reiten. Ein Hufkratzer besteht in der Regel aus dem Picker und aus einer Bürste. Auch hier ist es sehr sinnvoll, mindestens einen Ersatz im Spind zu haben.

Der Nadelstriegel

Dieser Plastikstriegel kann an fast allen Körperregionen eingesetzt werden. Er entfernt sehr gut Schmutz und auch im Fellwechsel Haare. Auch kann er an Gelenken vorsichtig eingesetzt werden wie z. B. Karpal- und Tarsalgelenk.

Kardätsche mit langen Borsten

Diese Kardätsche ist besonders zur groben Staubentfernung geeignet oder auch bei einem sauberen Pferd zum kurzen Überbürsten. Die langen etwas härteren Borsten regen den Blutkreislauf vermehrt an und massieren das Pferd.

Kardätsche mit kurzen Borsten

Die kurzen Borsten ermöglichen ein gründliches Entfernen des Staubes. Es können alle Körperregionen mit der Kardätsche bearbeitet werden, auch der Kopf und alle anderen knöchernen Teile.

Schweif- und Mähnenbürste

In der Regel wird der Schweif mit der Hand verlesen. Jedoch kann er am Ende noch vorsichtig mit einer Bürste aufgefrischt werden.

Schwämme

Verschiedene Schwämme sollten ebenso im Sortiment des Putzzubehörs enthalten sein. Jeweils einen Schwamm für die Reinigung der Nüstern, der Augenregion und des Genitalbereichs. Dann noch ein separater Schwamm zum Waschen des Pferdes.

Schweißmesser

Vor allem im Sommer, wenn das Pferd nach dem Reiten geschwitzt hat, wäscht man es ab und zieht die Feuchtigkeit mit dem Schweißmesser wieder aus dem Fell.

Putzkasten

Um all dieses Putzzubehör ordentlich zu verstauen benötigt man einen Putzkasten oder eine Putztasche. Diese bieten in der Regel genügend Stauraum für alle Bürsten und Striegel, sowie auch für weitere Utensilien wie Mähnenspray oder Mähnengummis.

Zaumzeug

Ein Reitpferd benötigt natürlich auch ein Zaumzeug. Standard ist ein englisch-kombiniertes Reithalfter. Gewöhnlich werden beim Kauf eines Zaumzeuges auch die Zügel mitgeliefert, jedoch nicht das Gebiss. Anregungen für die Auswahl des Gebisses können den Blog-Beiträgen „Tipps für die Wahl des richtigen Gebisses“ und „Pferdegebiss messen & Vor- und Nachteile der Gebissmaterialien“ entnommen werden.

Sattel

Die Wahl des Sattels obliegt wieder den Vorlieben und der Ausrichtung des Reiters, ob er nun hauptsächlich freizeitmäßig im Gelände unterwegs ist, oder auch auf Wettkämpfen und disziplinspezifisch. Somit sollte zwischen Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitssattel unterschieden werden.
Bitte beachten: Meistens werden bei Sätteln keine Steigbügel und Steigbügelriemen mitgeliefert.

Sattelgurt

Der Sattelgurt muss der Länge nach dem Sattel entsprechen. Je nach Länge der Sattelgurtstrippen muss die Länge des Gurtes gewählt werden. Es gibt die Langurte die bei Spring- und Vielseitigkeitssätteln verwendet werden. Dressursättel verfügen im Normalfall über lange Gurtstrippen, für die man dann einen Kurzgurt verwendet.

Sattelunterlage

Als Sattelunterlage werden hauptsächlich Schabracken angeboten. Diese unterscheiden sich meist nur in der Füllmenge. Es gibt noch Besonderheiten in der Auflagefläche, dass z. B. ein spezielles Gewebe eine bessere Saugfähigkeit bietet.
Auch hier sollte man sich mindestens zwei Exemplare anschaffen, damit die Schabracken abwechselnd angewandt und gewaschen werden können.

Longierausrüstung

Da niemand jeden Tag reiten möchte oder auch nicht die Möglichkeit dazu hat, das Pferd aber trotzdem bewegt werden sollte, bietet sich das Longieren an. Eine detaillierte Aufstellung aller Ausrüstungsgegenstände findet sich im Blog-Beitrag „Longieren – Ausbildung, Ausgleich und Ergänzung“.
Wesentliche Ausrüstungsgegenstände sind hier jedoch die Longe, die Longierpeitsche und die Ausbindezügel.

Pferdedecke

Ein Muss bei einer Pferdehaltung ist auch die Anschaffung einer Abschwitzdecke. Nach dem Reiten, in der kalten Jahreszeit oder auch bei Erkrankungen leistet diese gute Dienste. Hauptsächlich werden Abschwitzdecken aus Fleece angeboten. Fleece hat den Vorteil, dass Schweiß aus dem Fell gesogen und über den Stoff an die Außenseite geleitet wird und dort verdampft.
Mehr über die verschiedenen Pferdedecken erfahrt Ihr in diesem Artikel: Die richtige Pferdedecke zur richtigen Zeit: Wann benutzt man welche Decke

 

Dies waren nun die wesentlichen Ausrüstungsgegenstände, die im Prinzip für eine Pferdehaltung unablässig sind. Natürlich kann hier fast ins Unendliche erweitert werden.

 

Welches Zubehör besitzt Ihr für eure Pferde?

PS: „Drückt gefällt mir wenn euch der Artikel gefallen hat! :)“